PROJEKTEMeisterkurse Schloss Seehaus

© Schloss Seehaus

Meisterkurs „John Jenkins“ 2016

Für den Meisterkurs mit Viola-dagamba-Instrumenten konnte der amerikanische Gambist und Musikwissenschaftler Laurence Dreyfus als Dozent gewonnen werden, um mit den TeilnehmerInnen die selten gespielte Kammermusik von John Jenkins (1592-1678) zu erarbeiten. Jenkins gilt durch seine drei- bis sechsstimmigen Gambenfantasien als Glanzlicht der englischen Consortmusik. Laurence Dreyfus, Autor preisgekrönter Fachliteratur und Leiter des international gefeierten Gambenconsorts PHANTASM, kann auf eine umfassende Lehrtätigkeit u.a. an den Universitäten Yale, Chicago, Standford und Oxford zurückblicken, was ihn zur absoluten Koryphäe auf dem Gebiet der englischen Musik macht – und zur Idealbesetzung für diesen Kurs!

Die BSCW-Stiftung ermöglicht mit einer finanziellen Unterstützung den Meisterkurs.

 

Meisterkurs „Tiefe Bundinstrumente" 2015

14 SteichbassenthusiastInnen, überwiegend Studierende und Absolventen deutscher Musikhochschulen, kamen mit allerlei Gamben, Violonen und historischen Kontrabässen nach Schloss Seehaus angereist.

Das engagierte Dozententeam und der idyllisch abgelegene Kursort im fränkischen Markt Nordheim boten einen idealen Rahmen für intensive Repertoire-Erarbeitung. Den Schwerpunkt dabei bildeten norddeutsche Komponisten im Stylus Phantasticus von August Kühnel, Johann Michael Nicolai und anderen, die mit verschiedenen Besetzungen aus Gamben Violone und Cembalo in den Kammermusikstunden bei Johannes Weiss auseinandergenommen (und wieder zusammengesetzt) wurden.

Für die Detailarbeit am Instrument standen der Violonenspezialist Dane Roberts und die Gambenvirtuosin Heidi Gröger im täglichen Einzelunterricht zur Verfügung.
Auch die seltene Möglichkeit, sich an den unterschiedlichsten Größen, Modellen und Stimmungen tiefer Bundinstrumente auszuprobieren bzw. weiterzubilden, wurde rege in Anspruch genommen.

Gut besuchte Dozenten- und Teilnehmerkonzerte ergänzten die Kursprogramme.

Die BSCW-Stiftung ermöglichte die Durchführung der Meisterkurse mit finanziellen Zuwendungen.

http://www.heidigroeger.de/
http://weiss.alfahosting.org/w/de/(Johannes Weiss)
http://www.schloss-seehaus.de/

© Henri Belize

Heidi Gröger, studierte nach ihrem Schulmusikstudium in München Barockcello bei Jaap ter Linden und Viola da gamba bei Philippe Pierlot am Königlichen Konservatorium in Den Haag. Stipendien wie z.B. der Huygens Stiftung und 1.Preise bei internationalen Alte Musik Wettbewerben in York (UK), Wassenaer (NL) und Neuburg/Do. Folgten. Ihr musikalischer Werdegang wurde bereits im Studium durch das Spiel im Freiburger Barockorchester geprägt. Mit ihrem eigenen Ensemble, dem Ensemle Fleury, nahm sie bei sony classics die „pièces de clavecin“ von J.Ph. Rameau erstmalig auf einer goldenen 8-saitigen Viola da gamba auf, für den BR „Diletto Musicale“ für Viola da gamba solo von G. Thim (*1922) und mit Harmonie Universelle "Das Partiturbuch".
In Zusammenarbeit mit Johannes Weiss gründete und kuratiert sie das "Musikfest Eichstätt. Alte Musik neu entdecken!" und unterrichtet an der Musikhochschule in Frankfurt/ Main.

 

Johannes Weiss, © Matteo Graziano

Johannes Weiss ist als Sänger, Dirigent und Cembalist v.a. der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts verbunden, aber nicht ausschließlich. Neben internationalen Konzert- und Opernengagements arbeitet er regelmäßig als Tenor-Solist mit Akadêmia (Frankreich) und Weser-Renaissance (Deutschland), kuratiert gemeinsam mit Heidi Gröger des Musikfest Eichstätt und unterrichtet Gesang und Historische Aufführungspraxis.

Bevor er sich dem Sologesang zuwendet, studiert er zunächst Cembalo und Viola da gamba. 
Mit beiden Instrumenten gewinnt er während des Studiums mehrere Kammermusik-Wettbewerbe, u.a. beim Biagio-Marini-Wettbewerb in Neuburg/Donau, beim Van-Wassenaer-Concours in Den Haag, den Kammermusikpreis der Polytechnischen Gesellschaft in Frankfurt am Main und den Alte-Musik-Wettbewerb der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin.

Parallel dazu rückt das Singen mehr und mehr in den Fokus, wichtige Impulse erhält er durch das Studium bei Hedwig Fassbender, in Meisterkursen bei Christoph Prégardien, Ernst Häfliger, Guillemette Laurens und Thomas Heyer, und als Mitglied des Atelier Lyrique der Pariser Oper. Solo-Verträge führen ihn an die Oper Frankfurt, das Freie Landestheater Bayern, das Hessische Staatstheater Wiesbaden, die Opéra La Monnaie Brüssel, das Nationaltheater Prag, die Opéra National de Paris, das Opernhaus Danzig, die Opéra Monte Carlo und die Kammeroper Schloss Rheinsberg.

Durch sein Engagement als künstlerischer Leiter, Lehrer und Dirigent versucht Johannes Weiss, über das reine „Musik-Machen“ hinaus die musikalische Landschaft zu formen und zu prägen; vom Wunsch getrieben, mehr Menschen mit der Lust auf Musik anzustecken.