PROJEKTEKonzert "Haydn-Trios"

Sonntag, 23. Januar 2011, 11.00 Uhr
CD-Präsentation im Toscanasaal der Residenz Würzburg

Joseph Haydn, Trios für Klavier, Flöte und Violoncello und Werke von Carl Philipp Emanuel Bach, Georg Wilhelm Gruber, Ludwig van Beethoven.

Schon früh hatten englische Konzertveranstalter vergeblich versucht, Joseph Haydn nach England zu locken. Im November 1789 besuchte ihn mit dieser Absicht z.B. der Verleger John Bland; doch das einzige Ergebnis seiner Reise waren drei Trios für Flöte, Violoncello und Klavier, die ihm der Komponist zur exklusiven Veröffentlichung in England mit auf die Heimreise gab. Als Kompensation für die geringe Anzahl legte Haydn seinen ganzen Witz und die ihm eigene kompositorische Raffinesse in diese Werke. Die Trios stellen aber auch deshalb eine Besonderheit in Haydns Oeuvre dar, weil er die Flöte bis dato nur sporadisch in seiner Kammermusik solistisch eingesetzt hatte.

Annie Laflamme, Dorothea Schönwiese-Guschlbauer und Richard Fuller bringen auf Ihren Originalinstrumenten die delikate Klangbalance dieser reizvollen und unterhaltsamen Kammermusik optimal zur Geltung.Bei diesem Konzert sind nicht nur Teile der CD zu hören, sondern auch Werke von Ludwig van Beethoven, Carl Philipp Emanuel Bach und Georg Wilhelm Gruber. Mit dem Trio des letztgenannten, einem Nürnberger Komponisten, dessen Werke selten aufgeführt werden, wird eine Reminiszenz an den Aufführungsort Franken gegeben.

Programm

Joseph Haydn (1732-1809)
Trio D-Dur, Hob. XV:16
Allegro
Andantiono piu tosto Allegretto
Vicace assai

Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788)
Freie Fantasie fis-moll, Wq 67 (H.300)

Georg Wilhelm Gruber (1729-1796)
Trio in D-Dur (ohne Opus)
Allegro moderato
Andantino e un poco sosenuto
Rondo: Allegretto

- Pause -

Ludwig van Beethoven (1770-1827)
12 Variationen für Klavier und Violoncello, op. 66 in F-Dur
über "Ein Mädchen oder Weibchen" aus Mozarts Oper "Die Zauberflöte"

Joseph Haydn (1732-1809)
Trio in G-Dur, Hob. XV:17
Allegro
Andante
Finale: Allegro moderato

Die Ausführenden

Annie Laflamme, geboren in Sept-Iles, Kanada, studierte Querflöte am Konservatorium in Rimouski bei Richard Lapointe und anschließend an der McGill Universität Montreal bei Carolyn Christie und Denis Bluteau, wo sie 1998 ihr Studium mit dem Diplom abschloss. Ihre Studien setzte sie in Meisterkursen u.a. bei Robert Aitken, Patrick Gallois, Robert Langevin, Emmanuel Pahud, Benoit Fromanger und Maxence Larrieu fort. Während eines Aufenthalts in Wien begann sie, sich mit der Traversfl öte zu beschäftigen und legte ihr Diplom 2005 bei Wilbert Hazelzet am Königlichen Konservatorium in Den Haag ab. Annie Laflamme spielte in verschiedenen Kammermusikensembles und Orchestern Traversflöte und Querflöte, darunter im Orchestre Symphonique de Montréal, in der Haydn Akademie Wien, der Kremerata Baltica, im L'Orfeo Barockorchester, moderntimes 1800, in der Kölner Akademie, in der Neuen Hofkapelle München, im Neuen Orchester Concerto Köln, im Orchester der Ludwigsburger Schlossfestspiele und in der Cappella Coloniensis. Darüber hinaus trat sie als Solistin und Kammermusikerin in Europa, Kanada, Südamerika, der arabischen Welt, in Japan und Indien auf und wirkte bei zahlreichen Rundfunk- und CD-Produktionen in Kanada und Europa mit. Als Kursleiterin war sie in Kanada, Frankreich, Spanien und bei den Innsbrucker Festwochen tätig.

Dorothea Schönwiese-Guschlbauer wurde in Wien geboren und studierte an der Musikhochschule in ihrer Heimatstadt bei Tobias Kühne sowie am Mozarteum Salzburg bei Heidi Litschauer, am Royal Northern College of Music in Manchester bei Ralph Kirshbaum und an der Juilliard School of Music in New York. Am Royal Northern College of Music und am Mozarteum Salzburg erwarb sie Konzertdiplome mit Auszeichnung. Als Solistin und Kammermusikerin trat sie u. a. auf bei der Styriarte in Graz, den Salzburger Festspielen, den Grafenegger Schlosskonzerten, im Wiener Konzerthaus und bei Wien modern. Sie war Solocellistin des Gustav Mahler Jugendorchesters, Mitglied der Camerata Salzburg unter Sandor Vegh, Gastsolocellistin im RSO Wien und wirkt seit 20 Jahren regelmäßig im Concentus Musicus Wien unter Nikolaus Harnoncourt mit, seit 2006 auch im Chamber Orchestra of Europe. Zudem ist Dorothea Schönwiese-Guschlbauer Solocellistin des Ensemble Prisma.

Richard Fuller. Seit fast drei Jahrzehnten in Österreich lebend hat sich Richard Fuller den Ruf als einer der führenden Interpreten des Fortepiano-Repertoires erworben. Geboren im US-Bundesstaat Washington studierte er Klavier und Musikwissenschaft an der Central Washington University und der University of Oregon sowie Cembalo und Fortepiano in Wien. Als Solist, Kammermusik-Partner und Liedbegleiter ist Richard Fuller mit Künstlern wie James Levine, den Wiener Philharmonikern, Emma Kirkby, Andrew Manze, der Wiener Akademie, dem Festetics Quartett, Musica Aeterna Bratislava sowie der Capella Musicae Graz aufgetreten, u.a. im Wiener Konzerthaus, dem Wiener Musikverein, dem Concertgebouw Amsterdam und der Londoner Wigmore Hall sowie bei zahlreichen Festivals in Europa, den USA und Zentralamerika. Er wirkte bei zahlreichen Radio und Fernsehaufnahmen sowie Filmproduktionen mit, zudem belegen zahlreiche CD-Einspielungen seine umfangreiche künstlerische Tätigkeit. Dazu zählen Welt-Ersteinspielungen der Klavierwerke Ignaz Pleyels oder die Klavierquartette Johann Baptist Vanhals. Fuller wurde 2002 zum Distinguished Alumnus des Jahres 2002 an der University of Oregon (USA) ernannt. 2005-2006 initiierte er das Donaustädter Mozart Projekt und wurde 2006 zum Künstler des Jahres (Wien/Donaustadt) ernannt. 2008-2009 rief er das multimediale Projekt "...ziemlich HAYDNisch..." ins Leben; dabei ist seine CD-Einspielung auf dem originalen Rohrauer Haydn-Flügel entstanden.

Alle Fotos: © Petra Winkelhardt, www.foto-winkelhardt.de