PROJEKTEElias Canetti Briefe 1948-1994

Elias Canetti: Briefe 1948–1994

© Elias Canetti Erben

Herausgegeben von Sven Hanuschek und Kristian Wachinger

Elias Canetti (1905–1994) hatte als Schriftsteller einen schwierigen Start: Kurz nachdem sein Roman Die Blendung 1935 endlich erscheinen konnte, zog sich das Netz des Antisemitismus enger um Wien, mit der Folge seiner Emigration nach England im Jahr 1938. Während der Roman 1946 immerhin in englischer Übersetzung erschien und eine Reise um die Welt antrat, blieb die deutsche Nachkriegsausgabe 1948 weitgehend unbeachtet, ebenso wie sein 1960 erschienenes philosophisches Werk Masse und Macht. Erst die dritte deutsche Ausgabe der Blendung 1963 brachte den Durchbruch. Es folgten die teils skandalträchtigen Theateraufführungen, die ersten Veröffentlichungen von Aufzeichnungen, heute von vielen als Canettis Hauptwerk erachtet, seine bedeutenden literatur- und kulturkritischen Beiträge, und schließlich das autobiographische Werk, beginnend mit den Stimmen von Marrakesch 1967 und gekrönt von den drei Bänden Die gerettete Zunge, Die Fackel im Ohr und Das Augenspiel.

Parallel mit diesem reichen Spätschaffen entfaltete Canetti regen Austausch mit den Intellektuellen seiner Zeit, und das Medium dafür war: der Brief. Aus hunderten von Briefen u.a. an Theodor W. Adorno, Hans Bender, Erich Fried, Ernst Gombrich, Volker Hage, Wolfgang Kraus, Claudio Magris, Thomas Mann, Marcel Reich-Ranicki, Hilde Spiel, Cilli Wang und viele andere entsteht hier ein repräsentativer Band, der Canettis Aufstieg nachzeichnet: vom durch die Emigration beschädigten Einzelkämpfer zum Nobelpreisträger mit einem ansehnlichen literarischen und philosophischen Werk.

Die BSCW-Stiftung unterstüzt die Arbeiten an der Edition der Briefe Elias Canettis.