PROJEKTEF. Danzi / Ouvertüren & Flötenkonzerte

Franz Danzi (1763 – 1826) war als Cellist, Komponist, Sänger, Dirigent und Lehrer ein äußerst vielseitige Musiker.

Der Bedeutung Danzis wird man nur gerecht, wenn man den Einfluss berücksichtigt, den er auf Musiker der nachfolgenden Generation hatte wie Louis Spohr oder Carl Maria von Weber, zu denen er persönliche Kontakte pflegte. Damit kann Danzi als einer der Wegbereiter der Musik des 19. Jahrhunderts gelten.

Für diese Aufnahme, die zu Franz Danzis 250. Geburtstag vorliegt, hat das orchester le phénix in Archiven drei Ouvertüren entdeckt.
Diese Ouvertüren entstanden im Abstand von jeweils ungefähr 15 Jahren (1780, 1795 und 1812). In diesen drei ausgewählten Werken spiegelt sich auch die persönliche Entwicklung von Danzis Schaffen wieder.

Die beiden Flötenkonzerte op. 30 G-Dur und op. 31 d-Moll wurden im März 1805 uraufgeführt, wahrscheinlich mit dem jungen Flötisten Karl Metzger als Solisten, einem Mitglied der Münchner Hofkapelle. Danzi war dort seit 1798 Vize-Hofkapellmeister, zog sich aber nach dem Tod seiner Frau 1800 für ein paar Jahre ganz aus dem öffentlichen Geschehen der Stadt zurück. Erst mit diesen Konzerten und kurz vor seiner Abreise nach Stuttgart 1807 trat er wieder vermehrt auf. Das Zusammenspiel von Solo- und Orchesterpart bricht oft aus dem strengen Schema der klassischen Form aus – hier zeigt sich Danzis Tendenz zur assoziativen und weniger konstruktiven Kompositionstechnik, die für die Romantik große Bedeutung erlangen sollte.

Annie Laflamme, Traversflöte

Annie Laflamme ist Spezialistin für historische Flöten des Barock, der Klassik und der Romantik.

orchester le phénix

Das orchester le phénix wurde 2008 von den beiden Cellisten Christine Meyer und Mathias Kleiböhmer gegründet. Die jungen, inspirierten Musiker des Orchesters kommen zu mehreren Projekten im Jahr zusammen, um sich begeistert und aktiv höchst anspruchsvollen Programmen zu widmen.

Die BSCW-Stiftung ermöglichte die Aufnahme der Ouvertüren und Flötenkonzerte von Franz Danzi mit Annie Laflamme, Traversflöte und dem orchester le phénix.

Ziel der Unterstützung dieser Aufnahme durch die BSCW-Stiftung ist, die selten aufgeführte vorklassische Musik in historisch informierter Aufführungspraxis unter optimalen Bedingungen aufzuzeichnen, und den Ausführenden mit diesem Programm den Weg in die Konzertsäle zu ebnen.

Aufnahmeort: Kurhaus Bergün, Graubünden, Schweiz

 

Hörproben

Camilla und Eugen

Floetenkonzert d-Moll III Polacca

Floetenkonzert G-Dur I Allegro

Wilhelm Tell I Allegro